"Dark" campaigning – exploring associations between election candidates’ aversive personality and their use of campaign communication

  • Eine effektive Wahlkampfkommunikation ist für Kandidierende unverzichtbar, um die Wählerschaft und andere Akteure sowohl von den eigenen Qualifikationen und Vorhaben als auch von den Schattenseiten der politischen Konkurrenz zu überzeugen. Zwei zentrale Kommunikationsstrategien, die je nach Person unterschiedlich oft verwendet werden, stellen Positive Campaigning und Negative Campaigning dar. Um ein Bild über systematische Zusammenhänge mit den Nutzungsunterschieden zu gewinnen, fokussierte sich die Forschung bis jetzt vor allem auf soziodemographische und politische Merkmale und Kontextfaktoren. Neuere Erkenntnisse legen allerdings nahe, dass auch die Persönlichkeit der Kandidierenden—insbesondere die aversive („dunkle“) Persönlichkeit—mit deren Wahlkampfkommunikation zusammenhängt: Kandidierende mit einer aversiven Persönlichkeit tendieren eher zur Nutzung von Negative Campaigning (Nai, 2019; Nai et al., 2019; Nai & Maier, 2020). Die vorliegende Dissertation erweitert das Wissen über den Zusammenhang zwischen aversiver Persönlichkeit und Negative Campaigning und berücksichtigt dabei auch die andere Seite der Kampagnenkommunikation, und zwar Positive Campaigning. In drei Artikeln werden die folgenden Forschungsfragen bearbeitet: 1. Besteht der Zusammenhang zwischen der aversiven Persönlichkeit von Kandidierenden und der Nutzung von Negative Campaigning über Basis-Persönlichkeitsmerkmale, v.a. Ehrlichkeit-Bescheidenheit und Verträglichkeit, hinaus? 2. Wird der Zusammenhang zwischen der aversiven Persönlichkeit von Kandidierenden und Negative Campaigning durch Rational-Choice-Prozesse wie die Wahrnehmung von Nutzen und Kosten mediiert? 3. Hängt die aversive Persönlichkeit von Kandidierenden mit der Nutzung von Positive Campaigning zusammen? Die Beantwortung der Fragen erfolgt durch empirische Analysen mithilfe eines innovativen Datensatzes, der Selbstberichte über die Persönlichkeit und die Wahlkampfkommunikation von deutschen Landtagskandidierenden enthält. Die Hauptergebnisse zeigen, dass 1. der Zusammenhang zwischen aversiver Persönlichkeit und Negative Campaigning trotz der Kontrolle von Basis-Persönlichkeitsmerkmalen weiterhin besteht, 2. eine Mediation des Zusammenhangs vor allem über Faktoren in Verbindung mit dem wahrgenommenen Nutzen von Negative Campaigning stattfindet, und ebenfalls, 3. dass die aversive Persönlichkeit positiv mit Positive Campaigning zusammenhängt, obwohl hier die erklärte Varianz gering ausfällt. Abschließend werden grundlegende Limitationen diskutiert, mögliche Implikationen für die Kampagnenarbeit und für die Forschung vorgestellt sowie Anknüpfungspunkte für zukünftige wissenschaftliche Fragestellungen aufgezeigt.

Download full text files

Export metadata

Additional Services

Search Google Scholar
Metadaten
Author:Mona Dian
URN:urn:nbn:de:hbz:386-kluedo-130946
DOI:https://doi.org/10.26204/KLUEDO/13094
Advisor:Jürgen Maier, Alessandro Nai, Christian von Sikorski
Document Type:Doctoral Thesis
Cumulative document:Yes
Language of publication:English
Date of Publication (online):2026/05/02
Date of first Publication:2026/05/04
Publishing Institution:Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau
Granting Institution:Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau
Acceptance Date of the Thesis:2025/11/19
Date of the Publication (Server):2026/05/04
Page Number:47, 6, 28, 8, 12 Seiten
Faculties / Organisational entities:Landau - Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften
DDC-Cassification:3 Sozialwissenschaften / 320 Politik
Licence (German):Lizenz nach Originalpublikation