Coworking Spaces in ländlichen Räumen – ein Beitrag zur kommunalen Entwicklung? Eine Analyse von Coworking Spaces in ländlichen Räumen Bayerns aus Sicht der Anspruchsgruppen
- Die vorliegende Dissertation untersucht den Beitrag ländlicher Coworking Spaces auf die kommunale Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Daseinsvorsorge. Durch Migrationsbewegungen und veränderten Bedarfen an die Infrastruktur im Zuge des demografischen Wandels sind Coworking Spaces in ländlichen Räumen als innovatives Instrument zur Stärkung lokaler Strukturen in der Diskussion. Obwohl zahlreiche wirtschaftliche, arbeitsmarktbezogene, soziale sowie siedlungsbezogene Erwartungen an sie gestellt werden, ist ihr Beitrag zur kommunalen Entwicklung in der Praxis bislang wenig erforscht. Ziel der Arbeit ist es, diese Forschungslücke zu schließen und zu untersuchen, welchen konkreten Beitrag ländliche Coworking Spaces in Bayern leisten. Um dieses Thema vertieft zu analysieren, wird ein exploratives Studiendesign auf Basis der Grounded-Theory-Methodolgie verwendet. Als Datengrundlage dienen qualitative, teilstrukturierte Interviews mit Stakeholdern ländlicher Coworking Spaces, worunter sowohl Betreiber als auch kommunale Akteure fallen. Zusätzlich wurde eine Strukturanalyse der jeweiligen Standorte sowie eine Bestandsaufnahme der entsprechenden Coworking Spaces durchgeführt. Hierdurch können Bedingungen für deren Beiträge auf die kommunale Entwicklung abgeleitet werden. Durch dieses methodische Vorgehen ist eine belastbare und aussagekräftige Analyse des Untersuchungsgegenstandes sichergestellt. Im Rahmen der Datenauswertung wird deutlich, dass ländliche Coworking Spaces in unterschiedlicher Intensität auf kommunaler Ebene wirken. Abhängig von der Betreuungsqualität und den Vernetzungsmöglichkeiten, können sie durch Gründungen und Innovationen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Generierung zukünftiger Gewerbesteuereinnahmen führen. Innerhalb des kommunalen Arbeitsmarkts unterstützten sie dabei, zukünftige Fachkräfte in der Region zu halten, insbesondere bei Hochschulnähe. Zusätzlich können sie in der Funktion eines Begegnungs- und Lernorts auftreten und dabei sowohl soziale als auch bildungsbezogene Teilhabe fördern, sofern ein ganzheitliches Konzept und ein niedrigschwelliger Zugang gegeben sind. Als weiterer Aspekt leisten Coworking Spaces einen Beitrag bei der Revitalisierung von Ortskernen im Hinblick auf die Nutzung von Leerständen, der Belebung des Zentrums sowie der Unterstützung lokaler Infrastrukturen. Hierbei spielen die strategische Lage sowie die baulichen Gegebenheiten vor Ort eine entscheidende Rolle. Neben den genannten Beiträgen ländlicher Coworking Spaces für die kommunale Entwicklung existieren dagegen auch Einschränkungen. So zeigt sich, dass die Möglichkeit überregional Fachkräfte anzuziehen sowie die Auspendlerquote zu reduzieren in der Praxis eingeschränkt ist. Darüber hinaus wird der Betrieb durch die Unbekanntheit des Konzepts, die geringe wirtschaftliche Rentabilität der Coworking Spaces und die notwendige Bereitstellung von Personal erschwert. Damit ein förderlicher Beitrag in der Kommune entstehen kann, sind Angebote, die sich an den Bedürfnissen der Kommune orientieren, eine frühzeitige Vernetzung mit lokalen Akteuren und eine koordinierende Instanz notwendig. Für zukünftige Forschung ist vor allem die Analyse finanzieller Konzepte, damit ländliche Coworking Spaces auch langfristig wirtschaftlich rentabel sind, essentiell. Außerdem sollten Strategien zur Anziehung überregionaler Arbeits- und Fachkräfte und von Pendlern vertieft untersucht werden. Abschließend ist weitere Forschung notwendig, um zu prüfen, ob die Ergebnisse sich mit weiteren Standorten vergleichen lassen und damit eine Übertragbarkeit gewährleistet ist.
| Author: | Francis Helen Linkens |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:hbz:386-kluedo-136586 |
| DOI: | https://doi.org/10.26204/KLUEDO/13658 |
| Title Additional (English): | Coworking spaces in rural areas – a contribution to municipal development?An analysis of coworking spaces in rural areas of Bavaria from the perspective of stakeholders |
| Advisor: | Gabi Troeger-Weiß, Sabine Fromm |
| Document Type: | Doctoral Thesis |
| Cumulative document: | No |
| Language of publication: | German |
| Date of Publication (online): | 2026/09/23 |
| Year of first Publication: | 2026 |
| Publishing Institution: | Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau |
| Granting Institution: | Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau |
| Acceptance Date of the Thesis: | 2026/08/04 |
| Date of the Publication (Server): | 2026/09/23 |
| Page Number: | 191 |
| Faculties / Organisational entities: | Kaiserslautern - Fachbereich Raum- und Umweltplanung |
| DDC-Cassification: | 7 Künste und Unterhaltung, Architektur, Raumplanung / 710 Landschaftsgestaltung, Raumplanung |
| Licence (German): |
