Integration von Projektmanagement in den kommunalen Haushalt: Eine quantitative Untersuchung von Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei nordrhein-westfälischen Kommunen der Größenklassen 3 und 4 gemäß Unterteilung der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt)

  • Die Masterarbeit untersucht die Integration von Projektmanagement in die kommunale Haushaltswirtschaft am Beispiel nordrhein-westfälischer Kommunen der KGSt-Größenklassen 3 und 4. Ziel der Studie ist es, den aktuellen Stand der institutionellen Verankerung projektbezogener Steuerungs- und Planungsinstrumente zu erfassen, zentrale Herausforderungen und Erfolgsfaktoren zu identifizieren sowie praxisorientierte Handlungsempfehlungen abzuleiten. Theoretisch werden kommunale Organisations- und Haushaltsstrukturen mit traditionellen, agilen und hybriden Projektmanagementansätzen sowie mit Steuerungsmodellen wie Business-Excellence-Frameworks und digitalen Zwillingen verknüpft. Die Literaturrecherche zeigt, dass Kommunen bislang über geringe Reifegrade verfügen, während privatwirtschaftliche Ansätze ganzheitliche Governance- und Controllingmodelle längst etabliert haben – ein Befund, der strukturelle Defizite verdeutlicht und Orientierung für mögliche Lösungswege bietet. Auf dieser Basis erfolgt eine quantitative Online-Befragung von 36 Führungskräften aus 26 Kommunen, die überwiegend den Bereichen Finanzen und Organisation angehören. Die Ergebnisse zeigen eine fragmentarische Integration von Projektmanagement in Haushaltsprozesse: Zentrale Projektmanagementeinheiten (PMOs) sind selten, Projekte werden überwiegend unsystematisch im Haushaltsplan abgebildet, strategische Ziele und Kennzahlen sind nur punktuell verankert. Zugleich wird ein deutlicher Bedarf an strategischer Rahmung und institutioneller Verankerung sichtbar. Darauf aufbauend wird ein integriertes Steuerungsmodell vorgestellt, das politische Zielsetzungen, Budgetprozesse und projektbezogene Steuerungsinstrumente in einem kontinuierlichen Kreislauf verbindet. Es kombiniert strategische Priorisierung, operative Projektsteuerung und systematisches Controlling und eröffnet so die Möglichkeit, Haushalts- und Projektlogik wirkungsvoll zu verknüpfen. Kompakte Handlungsempfehlungen umfassen die strategische Verankerung von Projekt- und Portfoliomanagement, die Stärkung zentraler PMO-Strukturen, den Aufbau verbindlicher Kennzahlensysteme und die Förderung einer lernorientierten Verwaltungskultur. Perspektivisch werden datenbasierte Simulationsmodelle wie Urbane Digitale Zwillinge als Schlüssel für eine integrierte, evidenzbasierte Steuerung kommunaler Projekte diskutiert. Die Untersuchung bestätigt, dass eine systematische Integration von Projektmanagement in den Haushaltskreislauf bislang aussteht, zugleich aber erhebliche Potenziale für eine leistungsfähigere, transparentere und zukunftsfähige kommunale Verwaltung bietet.

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Metadaten
Author:Susanne Kaletta
URN:urn:nbn:de:hbz:386-kluedo-91739
Advisor:Frank Hager
Document Type:Master's Thesis
Language of publication:German
Date of Publication (online):2025/09/11
Year of first Publication:2025
Publishing Institution:Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau
Granting Institution:Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau
Date of the Publication (Server):2025/09/12
Tag:Haushalt; Kommune; Projektmanagement; öffentliche Verwaltung
Page Number:63, X, XI-49, XII
Faculties / Organisational entities:Distance and Independent Studies Center (DISC)
DDC-Cassification:3 Sozialwissenschaften / 300 Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
Collections:Herausragende Masterarbeiten am DISC
Licence (German):Creative Commons 4.0 - Namensnennung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung (CC BY-NC-ND 4.0)