Systemische Perspektiven einer resilienten Stadtentwicklung
- Urbane Räume bilden einen der zentralen Schauplätze eines Transformationsprozesses hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft und stehen daher zu Recht im Fokus zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen, Handbücher und politischer Rahmenprogramme. In den vergangenen Jahren wurde jedoch auch der in Deutschland geführte Diskurs über eine zukunftsfähige Stadtentwicklung zunehmend vor dem Hintergrund von Komplexität, Unsicherheiten, Ambiguitäten sowie sich realisierender oder wahrscheinlicher werdender Krisensituationen und dem häufig hiermit verbundenen Leitbild der Resilienz geführt. Hierbei besteht in der Gesamtschau zumeist kein Konsens hinsichtlich der konkret mit Resilienz verbundenen konzeptionellen und normativen Vorstellungen. In der vorliegenden Arbeit wird der Fokus auf die Erarbeitung von Möglichkeiten zur Berücksichtigung von Resilienz-Kriterien in der integrierten Stadtentwicklung gelegt. Dies erfolgt durch eine eingehende und kritische Auseinandersetzung mit systemtheoretischen Argumenten. Die beiden Leitbilder Nachhaltigkeit und Resilienz werden auf dieser Basis analysiert, voneinander abgegrenzt und im Kontext der Stadtentwicklung verortet. Von besonderer Relevanz sind hierbei die in der Stadtentwicklung bereits etablierten gesamtstädtischen integrierten Stadtentwicklungskonzepte (ISEKs), die der Stadtgesellschaft weitgehend befreit von formellen Zwängen eine selbstorganisierte Beschäftigung mit lokalen Handlungserfordernissen erlauben. Um diesen Anspruch ansatzweise erfüllen zu können wurde über eine extensive Litera-turauswertung sowie eine Interviewreihe mit wissenschaftlichen Vertretern aus den Bereichen Stadtentwicklung, Systemtheorie und Resilienz der aktuelle Diskurs soweit im Rahmen einer Dissertation möglich aus der Perspektive verschiedener Fachrichtungen explorativ ergründet und qualitativ reflektiert. Auf dieser Basis wurden im empirischen Teil im Rahmen einer Fallstudienanalyse die ISEKs ausgewählter Mittelstädte u. a. im Hinblick auf eine mögliche Integration von Resilienz-Kriterien analysiert. Hierzu wurde zusätzlich eine weitere Interviewreihe mit Vertretern der kommunalen Praxis aus den Fallstudienstädten geführt. Im Ergebnis wurde trotz einer breiter werdenden wissenschaftlichen und politischen Re-zeption in der kommunalen Praxis gegenüber einer Integration des Leitbildes Resilienz eine abwartende Haltung festgestellt, die u. a. auf eine inkonsistente Verwendung der Begrifflichkeit in Gesetzen und Richtlinien sowie die generelle Belastung finanziell und personell unter Druck stehender Kommunen zurückgeführt werden kann. Soll das Leit-bild gewinnbringend in der integrierten Stadtentwicklung berücksichtigt werden, setzt dies somit Anpassungen auf allen drei Ebenen der deutschen Verwaltungsgliederung (Bund, Länder, Gemeinde/Gemeindeverbände) voraus.
| Author: | Stefan StummORCiD |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:hbz:386-kluedo-93344 |
| DOI: | https://doi.org/10.26204/KLUEDO/9334 |
| Advisor: | Detlef Kurth, Dirk Löhr |
| Document Type: | Doctoral Thesis |
| Cumulative document: | No |
| Language of publication: | German |
| Date of Publication (online): | 2025/12/03 |
| Year of first Publication: | 2025 |
| Publishing Institution: | Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau |
| Granting Institution: | Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau |
| Acceptance Date of the Thesis: | 2025/10/30 |
| Date of the Publication (Server): | 2025/12/04 |
| Tag: | Resilienz; Stadtentwicklungsplanung; Systemtheorie |
| Page Number: | XVI, 395 |
| Faculties / Organisational entities: | Kaiserslautern - Fachbereich Raum- und Umweltplanung |
| DDC-Cassification: | 7 Künste und Unterhaltung, Architektur, Raumplanung / 710 Landschaftsgestaltung, Raumplanung |
| Licence (German): |
